QM und Ideenwettbewerb

Warum QM-Systeme und Ideenwettbewerbe nicht (immer) die besten Lösungen liefern und wie sie sich effektiver nutzen lassen

Kaum ein Unternehmen arbeitet heutzutage ohne ein Qualitätsmanagementsystem. Auch Ideenwettbewerbe werden von vielen Firmen genutzt. Doch funktionieren diese Maßnahmen, wie gewünscht? Wer hat nicht schon die Klagen gehört, dass wieder neue Qualitätsstandards erlassen wurden, die kaum umsetzbar scheinen, oder dass der Ideenwettbewerb nur genutzt wird, um die Belegschaft zu beruhigen aber am Ende kaum Ergebnisse liefert? Handelt es sich hierbei um eine berechtigte Kritik? Sind solche Maßnahmen tatsächlich ineffektiv oder gar überholt? Oder müssen wir vielmehr ihre Funktionsweisen besser verstehen, um diese Maßnahmen effektiv nutzen zu können?

 

 

Werfen wir also einen Blick auf den Status Quo.

 

 

Beginnen wir mit dem Konzept des Ideenwettbewerbs. Zunächst einmal eine gute Idee und eine Möglichkeit das Knowhow und die Kreativität der MitarbeiterInnen einzubinden. Doch wie sieht ein solches System meist in der Praxis aus?

 

Eine(e) MitarbeiterIn hat eine Idee und reicht diese ein. Dies geschieht bei einer dafür benannten Stelle, die meist auch noch andere Funktionen im Haus wahrnimmt und somit nur begrenzte Zeit in die Prüfung des Vorschlags stecken kann. Dementsprechend wird der Vorschlag zunächst formal geprüft und dann an die jeweils betroffenen Fachabteilungen weitergeleitet, um von dort eine fachliche Bewertung zu erhalten.

 

 

„Persönliche Interessen als Störfaktor“

 

 

Hier wird der Weg zur idealen Lösung dann oft verlassen. Häufig sind diese Fachabteilungen nämlich direkt von dem Vorschlag betroffen. Sei es, weil sie diesen umsetzen müssen oder weil dieser als Kritik an der eigenen Arbeit verstanden werden kann.

 

Was kann passieren? Der Vorschlag wird abgelehnt, abgeschwächt oder verzögert. Ursache sind meist persönliche Interessen, die aus Angst die eigene Position zu schwächen, nicht geäußert werden und sich stattdessen in der kritischen Bewertung des Vorschlags wiederfinden.

 

Gleiche Effekte lassen sich mitunter auch für die Arbeit des Qualitätsmanagements beobachten. Das QM ist integrierter Teil der Firma und verfolgt somit innerhalb des Firmensystems auch eigene Interessen. Schließlich wird die Arbeit des QM auch an eingeführten und umgesetzten Maßnahmen gemessen, so dass ein gewisser Druck entstehen kann, Maßnahmen einzuführen oder umzusetzen, ohne dass eine zwingende Notwendigkeit gegeben sein muss beziehungsweise ohne involvierte Abteilungen einzubeziehen, da diese solche Maßnahmen blockieren könnten.

 

Persönliche Interessen werden somit zu einem Störfaktor, der das Finden der bestmöglichen Lösung verhindert und die Effektivität der genannten Maßnahmen verringert.

 

 

Sind QM und Ideenwettbewerb, damit überflüssig?

 

 

Ganz und gar nicht. Im Unternehmensgefüge nehmen diese Instrumente eine wichtige Funktion ein. Es ist aber notwendig, solche Instrumente als EINEN Mitspieler im Konzert des Unternehmens zu begreifen. Mithilfe eines externen und vor allem allparteilichen Dritten, kann es möglich sein die Interessen der einzelnen Beteiligten rauszuarbeiten und diese in die Lösungen einfließen zu lassen.

 

Hierin ist auch kein Kompetenzverlust zu sehen. Im Gegenteil, gerade durch die externe Begleitung können die Kompetenzen der Beteiligten erst umfassend zum Tragen kommen. Da durch die professionelle Begleitung des Verfahrens, die persönlichen Interessen und Bedürfnisse geäußert und bearbeitet werden können, ist es möglich die jeweilige Expertise ohne Störfaktoren in die Lösung einfließen zu lassen.

 

So verkommen Qualitätsmanagement und Ideenwettbewerb nicht zum bloßen Selbstzweck, sondern können die gedachte Wirkung in vollem Umfang entfalten. Alles, was es braucht ist die Einbindung systemischer Begleiter, die helfen die Sichtweisen zu erweitern und alle relevanten Faktoren an die Oberfläche zu holen.

 

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